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Kindersehprobleme

Wer gut und scharf sehen kann hat eindeutig mehr vom Leben. Den überwiegenden Teil ihrer Sinneseindrücke nehmen kleine und große Menschen mit ihren Augen auf. Kindersehprobleme sind darum ein echter Hinderungsgrund für die kindliche Erlebnisfähigkeit. Und nicht nur das. Kindersehprobleme beeinträchtigen auch die Sicherheit im Straßenverkehr und haben zudem langfristig Auswirkungen auf schulische und berufliche Leistungen, wenn man ihnen nicht beikommt. Lernschwächen zu Beginn oder während der Schullaufbahn können Sehschwäche als Ursache haben. Fehl- oder Schwachsichtigkeit können auch dazu beitragen, dass der Betroffene eine ganze Reihe von Berufen, die mit Arbeit am Bildschirm, im Straßenverkehr oder mit Präzision erfordernden Tätigkeiten einher gehen, nicht ausüben kann. Kindersehprobleme, wie Seh- oder Augenstörungen, denen man frühzeitig auf die Spur kommt, lassen sich in den meisten Fällen jedoch gut korrigieren.

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.

Vorbemerkung

Von den zehn gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder regeln drei u.a. die Überprüfung der Sinnesorgane. Die U 5 findet zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat statt, die U 8 im Alter von 3½ bis 4 Jahren und die U 9 kurz vor Schulbeginn mit etwa 5 Jahren. Der Abstand zwischen U 5 und U 8 ist recht lang. Deshalb fordert das Kuratorium Gutes Sehen eine zusätzliche augenärztliche Kontrolle im Alter von ca. 1 Jahr. Leider gibt es diesbezüglich noch keine gesetzliche Regelung. Sollten Eltern von sich aus diese Empfehlung beherzigen und im übrigen alle gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen.
Ob Ihr Kind gut und richtig sieht, sollten Sie laufend beobachten.

Auch Sehen muss man lernen

Im 1. Monat sieht das Neugeborene noch nicht besonders scharf. Aber es kann doch Helligkeit erkennen.
2. Monat: Das Baby kann schon Umrisse eines Gesichts oder grobe Muster wahrnehmen.
Im 3. Und 4. Monat schaut es den Eltern lächelnd ins Gesicht.
5. Monat: Jetzt sieht es seine Eltern ganz genau. Heimliches Davonschleichen aus dem Zimmer provoziert lautstarken Protest.
6. Monat: Das gezielte Greifen nach Gegenständen beginnt.
7. Monat: Jetzt gelingt es schon ganz gut, einen Gegenstand in die Hand zu nehmen, ihn zu drehen und zu wenden.
8. Monat: Das Baby ist in der Lage, bekannte und fremde Gesichter zu unterscheiden.
9. Monat: Daumen und Zeigefinger werden aktiv. Sie picken optisch wahrgenommene Gegenstände präzise auf.
11. Monat: Auf die Frage " Wo ist Papa?" wendet das Kind den Kopf, um ihn zu suchen.
12. Monat: Am Ende des ersten Lebensjahres gibt das Kind den Eltern ganz gezielt Gegenstände in die Hand.

Spielerisch die Augen testen

Ab und zu sollten Sie die Augen des Kindes einmal auf spielerische Weise testen:
 
Knipsen Sie im 1. Monat neben dem Köpfchen des Kleinen eine Taschenlampe an und aus. Macht das Baby neugierige, ruckartige Augenbewegungen hin zum Licht?
 
Im 4. Monat lenken Sie das Interesse des Kindes auf irgendeinen lustig-bunten Gegenstand. Lassen Sie Kinderrassel, Babybürste oder Wuscheltier immer vor den Augen des Kindes hin- und herspazieren. Es sollte das Wunderding nicht mehr aus den Augen lassen.
 
Im 7. Monat spielen Sie eines der ältesten Kinderspiele der Welt, das Guckguck- Spiel. Verstecken Sie sich vor den Augen des Kindes hinter der Zeitung, dem Sofakissen oder der Gardine. Jetzt sind Sie weg, und nur noch ein "Guckguck!" verrät dem Kind , wo Sie stecken. Jedes normale Kind fängt jetzt an, mit Augen- und Körperbewegungen nach Mutter oder Vater zu suchen.
 
Rund um den 8. Monat konzentriert sich das Interesse des Babys auf alle einigermaßen erreichbaren Gegenstände, die es liebend gern in den Mund steckt. Beobachten Sie, ob das Kind dabei gezielt zufaßt.
 
Im 12. Monat wird es Zeit für das erste Ballspiel. Setzen Sie ihr Kind zwei bis drei Meter entfernt auf den Boden, und kullern Sie ihm einen Ball zu. Beobachten Sie, ob es ihn richtig greift.

Auf Alramzeichen achten

Unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen sollten Sie, wenn Sie bei einem Baby oder Kleinkind folgendes entdecken:
Schielen
Augenzittern
Zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes
Auffallend große Augen
Lichtscheue oder keine Reaktion auf Licht
Getrübte Hornhaut
Weißliche Pupillen oder gelbliches Aufleuchten der Pupille bei direkt einfallendem Licht
Ständiges Reiben mit den Fingern an den Augen und Grimassieren
Große, starre Pupillen auch bei Lichteinfall
Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen
Vorbeigreifen
Bei älteren Kindern sind folgende Auffälligkeiten oft ein Zeichen von Sehschwäche und Augenkrankheiten :
Häufiges Stolpern oder Stoßen an Möbeln
Zunehmende Sehschwierigkeit bei Dämmerung und Dunkelheit
Plötzliche Verschlechterung der Schulnoten
Unlust am Lesen
Sich- Absondern von anderen Kindern

Die häufigsten Augenkrankheiten

Normalerweise wird jedes Auge von sechs Augenmuskeln in die Richtung des betrachteten Gegenstandes bewegt. Ein Schielen liegt dann vor, wenn die Sehachse eines Auges nicht auf das anzusehende Objekt gerichtet ist, sondern davon abweicht. Die Ursachen sind vielfältig.
Mangelnde Zusammenarbeit der Augen, Vererbung oder Brechungsfehler.  Schielen zeigt sich meist in den ersten Lebensjahren, in der Hälfte der Fälle schon in den ersten zwölf Lebensmonaten.
 
Die Behandlung des Schielens beginnt mit der objektiven Bestimmung der Augenbrechkraft. Meist ist eine Brille notwendig, die den Schielwinkel verringert, in seltenen Fällen sogar beseitigt. Je nach Restschielwinkel ist eine Operation angezeigt, bei der die Augenmuskeln am Augapfel verlagert werden.
 
Man könnte annehmen, daß schielende Kinder Doppelbilder wahrnehmen. Das ist aber nur selten der Fall. Vielmehr wird häufig zur Verhinderung von Doppelbildern der Seheindruck eines Auges durch das Gehirn unterdrückt. Dadurch entsteht In 50 bis 70 Prozent der Fälle eine Schielschwachsichtigkeit (Schiel- Amblyopie).
 
Schielschwachsichtigkeit kann man in fast allen Fällen erfolgreich behandeln. Die Methode ist ebenso einfach wie wirksam: Das "gute" Auge wird mit einem Spezialpflaster zugeklebt, damit das sehschwache Auge trainiert wird. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist, daß man mit ihr so früh wie möglich beginnt. Im Alter von zwei Jahren kann noch bei über 80 Prozent der Fälle die volle Sehschärfe erreicht werden - mit sechs Jahren ist nur noch eine geringe Besserung zu erwarten.

Sonstige Augenfehler

Üblicherweise sind kleinere Kinder etwas übersichtig. Sie brauchen jedoch keine Brille, weil die Übersichtigkeit durch die große Elastizität der Augenlinse ( Akkomodationsbreite ) im Kindesalter leicht ausgeglichen wird: Scharfes Sehen in Ferne und Nähe ist somit möglich.

Kurzsichtigkeit in den ersten Lebensjahren ist bei rund 5 Prozent der Kleinkinder zu beobachten. In der Schulzeit tritt sie zunehmend häufiger auf ("Schulmyopie"). Eine Brille gleicht diese Fehlsichtigkeit aus.

Auch bei Stabsichtigkeit (Astigmatismus) -einer ungleichen Brechkraft der Hornhaut- kann in der Mehrzahl der Fälle durch eine Brille eine gute Sehschärfe erreicht werden.

Die richtige Babybrille

Zur Vermeidung bleibender Schwachsichtigkeit auf einem Auge und zur Behebung von Schielstellungen vor oder nach Operationen ist eine Brille bei Babys oft schon im ersten Lebensjahr notwendig.

Da das Baby nicht nur in Rückenlage liegt, sondern auch in Seitenlage oder auf dem Bauch, darf die Brillenfassung die Schläfen seitlich nicht überragen. Eine gute Auflage des Brillenstegs auf dem noch unterentwickelten Nasenrücken muß gewährleistet sein. Die Bügel sollen das Ohr weich umschließen und zusätzlich über dem Kopf an einem Häubchen befestigt werden. Meist sind Sonderanfertigungen erforderlich, die ein auf Kinderoptometrie spezialisierter Augenoptiker herstellt.

Kriterien für Kinderbrillen

Wenn Kinderbrillen ihre Aufgabe -die Korrektion des Sehfehlers- wirklich erfüllen sollen, müssen sie vor allem gut sitzen. Dazu muß ein Brillenmodell ausgesucht werden, das der kindlichen Anatomie von Kopf und Gesicht entspricht. Es darf nicht zu groß sein und nicht auf die Wangenknochen drücken. Eine leichte Fassung - stabil und elastisch zugleich - ist das Richtige. Da der kindliche Nasenrücken und die Nasenflanken noch nicht voll entwickelt sind, sollte die Brille ein kindergerechtes Nasenbett und breite, weiche Nasenauflagen aus Silikon- Kautschuk haben.

Federscharniere, die zum Teil sogar mit Kunststoffkappen überdeckt sind, verhindern Verletzungen von älteren Kindern beim Schulsport und Herumtollen. Auch bieten elastisch- federnde Bügelenden besonders guten Halt. Kunststoffgläser und kleine Fassungen halten das Gewicht so gering wie möglich. So können sich Kinder ungehindert mit der Brille bewegen.

Sonnenschutz für Kinderaugen

Wird das besonders empfindliche Kinderauge bei extremer Sonnenbestrahlung nicht genügend geschützt, besteht das Risiko bleibender Lichtschäden durch UV-Strahlen an Netzhaut und Linse. Denn Kinderaugen sind klarer und lichtdurchlässiger als die von Erwachsenen. Pigmente, die dem Auge einen natürlichen Eigenschutz gegen Licht und UV-Strahlung verleihen, entwickeln sich erst mit den Jahren.

In keinem Fall sollte man irgendeine Sonnenbrille für Kinder kaufen. Wirklichen Schutz bieten nur Sonnenbrillen, die mit einem UV-Filter versehen sind.

Zusammenfassung

Sehstörungen und Augenschäden, die frühzeitig erkannt werden, lassen sich meist noch rechtzeitig korrigieren. Je später man Fehlsichtigkeiten behandelt, desto geringer ist die Chance, sie zu beheben.

Die Weichen werden schon im frühen Kindesalter gestellt!

Deshalb sollten Sie in jedem Fall alle gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Falls Ihr Kind eine Brille benötigt, ist es Aufgabe des Augenoptikers, die Kinderbrille mit höchster Präzision anzufertigen und anzupassen.